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Blog über Kreativität, Kreativitätsforschung und Innovationskultur

Mit ‘Ideenmanagement’ getaggte Artikel

Nichts ist wie es scheint.

Sonntag, 26. September 2010

Ich liebe es, wenn Zauberer ihre Zaubertricks verraten. Und wie so oft, wird einem vieles klarer, wenn man einen Perspektivwechsel vollzieht.


Kreative Polizei.

Freitag, 16. Juli 2010

Die Polizei kann richtig erfinderisch sein. Folgendes habe ich heute in der WELT gelesen:

Der Hoffnungsträger der Kriminalpolizei heißt Sherlock, ist 1,20 Meter groß, hat einen roten Kopf, schwarzes Gefieder und vor allem einen stark ausgeprägten Geruchssinn. Der Truthahngeier soll den Beamten künftig bei der Suche nach Leichen in unwegsamem Gelände helfen. Für diese Aufgabe wird er in einem weltweit einzigartigen Projekt unter der Leitung von Rainer Hermann vom Landeskriminalamt Niedersachsen im Weltvogelpark Walsrode trainiert.

Und weiter heisst es:

Die Idee, Geier bei der Leichensuche einzusetzen, stammt von einem Polizisten aus Kaiserslautern. Er wandte sich an den Ersten Polizeihauptkommissar Hermann. Denn der Fingerabdruckspezialist war unter Kollegen wegen seiner ornithologischen Kompetenz bekannt. Hermann hatte für den Kampf gegen den Handel mit exotischen Tieren eine Methode entwickelt, wie sich Papageien anhand ihrer Hautschuppen auf den Füßen identifizieren lassen. Hermann fand die Idee mit den Geiern faszinierend: Denn die in Amerika von Südkanada bis Feuerland heimischen Truthahngeier können im Gegensatz zu europäischen oder afrikanischen Geiern extrem gut riechen und selbst Mäuse-Kadaver aus Entfernungen von 1000 Metern erschnüffeln.

Für mich ist diese Story wieder einmal ein Paradebeispiel für eine clevere Cross-Innovation. Ein Hobby-Ornithologe kreuzt sein Wissen mit seiner Berufskompetenz und -peng- schon entsteht eine neue Idee. Wünschen wir dem Projekt “Sherlock” alles Gute und der Polizei weiterhin viele gute Ideen.


Der Hermes-Award.

Samstag, 17. April 2010

Im Fahrzeug- und Maschinenbau scheint die Innovationskraft der Deutschen ungebrochen. Das beweist der Hermes-Award, den Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU) Sonntagabend im Auftrag der Deutschen Messe AG bei der feierlichen Eröffnung der Industrieschau Hannover Messe vergibt.

Hier die fünf Nominierten:

Attocube Systems.
Das Münchner Unternehmen hat ein verbessertes Mess-, Analyse- und Positioniersystem zur Bearbeitung von mikroskopisch kleinen Elektrobauteilen entwickelt. Basis des neuen Arbeitssystems ist ein Stellmotor, der das Positionieren kleinster Nano-Komponenten auch unter widrigen Bedingungen möglich macht, also etwa bei Feuchtigkeit, starken Magnetfeldern oder tiefsten Temperaturen.

ebm-papst.
Der badische Mittelständler tritt mit einem besonders energieeffizienten Ventilator für die Luft- und Klimatechnik an. Das Lüfterrad der Modellreihe “Radical” besteht aus einem Verbundmaterial und ist durch eine neue Formgebung strömungstechnisch optimiert. Entwicklungschef Bruno Lidl zufolge verbraucht das Gerät dadurch gerade mal halb so viel Energie wie ein herkömmlicher Ventilator.

LPKF Laser&Electronics.
Wo Elektronik und Kunststoff aufeinandertreffen, bietet sich Experten zufolge der Einsatz so genannter LDS-Verfahren an. Handy-Antennen zum Beispiel werden so produziert oder Motorrad-Griffe. Die Firma LDFK aus Hannover hat das Verfahren optimiert. “Fusion3D” nennt sich ihr neues System, bei dem ein Laserstrahl die elektronischen Leiterstrukturen direkt auf das dreidimensionale Bauteil schreibt.

Proton Motor Fuel Cell.
Der TriHyBus ist bereits preisgekrönt – mit dem Zukunftspreis für alternative Antriebstechniken. Denn das Fahrzeug mit Technik aus Oberbayern wird emissionsfrei von regenerativ erzeugtem Wasserstoff angetrieben. Dazu hat der Stadtbus, der in Kürze im Großraum Prag den Linienverkehr aufnehmen soll, eine Kombination aus Brennstoffzellen, Batterien und Super-Kondensatoren unter der Haube. Die Technik schöpft die Vorteile des elektrischen Antriebs voll aus, speichert Bremsenergie und ermöglicht so eine Energie-Einsparung von mehr als 50 Prozent gegenüber konventionellen Diesel-Bussen. Der Aktionsradius im Stadtverkehr liegt bei gut 250 Kilometern pro Tankfüllung, die aus 20 Kilogramm gasförmigem Wasserstoff besteht.

Rittal.
“RiCell Flex” heißt die Erfindung des hessischen Unternehmens Rittal. Die neue Brennstoffzelle ermöglicht erstmals die wirtschaftliche Verwendung bisher ungenutzter Speicher in Notstrom-Anlagen. Die Leistung der Brennstoffzelle kann zwischen 2,5 und 50 Kilowattstunden liegen.

(via welt.de)


Innovative Azubis.

Montag, 01. März 2010

(via fr-online.de)

Die Metall- und Elektroindustrie hat an besonders innovative Azubis Preise und Prämien vergeben:

-Bei Continental ist die Arbeit sicherer geworden. Sollte in einem der Prüfräume für Kraftstoffe ein Feuer ausbrechen, wissen die Leute von der Feuerwehr ganz genau, wie viele Menschen akut in Gefahr sind. Eine besondere Kamera an den Eingängen registriert anonym alle Personen, die ein- und ausgehen. Entwickelt haben das Gerät vier Auszubildende.

-Ausgezeichnet wurden auch vier Azubis von der Schunk-Gruppe Heuchelheim. Das Unternehmen mit weltweit 7900 Mitarbeitern und 70 Auszubildenden fertigt Bauteile, die sich etwa in Haartrocknern, Waschmaschinen oder Staubsaugern finden. Die Azubis haben eine Maschine entwickelt, die bis zu 40 Kilogramm schwere Drehfutterbacken aufnimmt. Bisher mussten die Mitarbeiter sie mit ihrer Körperkraft auswechseln.

-Eine automatische Anpassung der Beleuchtung an die Tageslichtintensität haben vier Azubis von Sirona Dental Dystems konzipiert. Das spare Geld und Energie. Der Betrieb beschäftigt im südhessischen Bensheim rund 1250 Mitarbeiter.

Dass Azubis und Praktikanten nicht immer so beispielhaft von ihren Unternehmen gefördert werden, zeigt hingegen der folgende Trailer:


Volkswagen: 16.827 Mitarbeiterideen sparen 95 Millionen Euro.

Freitag, 19. Februar 2010

Beeindruckende Zahlen aus Wolfsburg: die Vorschläge der Mitarbeiter der Volkswagen AG brachten im vergangenen Jahr Einsparungen von 95 Millionen Euro. 16.827 Einreichungen registrierte das Ideenmanagement des Konzerns. Als Anerkennung erhielten die Ideengeber Prämien in Höhe von 5,6 Millionen Euro. Das macht pro Idee durchschnittlich 333 Euro.


The best of "Ideenmanagement".

Montag, 08. Februar 2010

Laut DIB gab es 2009 in fast jedem dritten Unternehmen entweder überhaupt kein systematisches Ideenmanagement oder es wurde auf das gezielte Setzen von Anreizen für die Partizipation der Mitarbeiter an der Unternehmensentwicklung verzichtet.

Anbei eine Auflistung der interessantesten und kuriosesten Mitarbeiter-Ideen namhafter deutscher Unternehmen, die ich aus diversen Zeitungsartikeln der WELT und der ZEIT zusammengesammelt habe:

Henkel:
Die jährliche Einladung zur Aktionärsversammlung des Düsseldorfer Henkel-Konzerns wog früher 22 Gramm – bis ein findiger Mitarbeiter vorschlug, leichteres Papier zu verwenden. Nun fällt der Brief unter die 20-Gramm-Grenze, so werden nur 55 Cent Porto fällig. Dadurch spart Henkel jedes Jahr volle 25.000 Euro. Und der Mitarbeiter durfte sich über eine einmalige Prämie von 3750 Euro freuen. Beim Düsseldorfer Henkel-Konzern hat eine Mitarbeiter-Idee gleich einen ganzen Kühlkreislauf verändert. Früher lief das Brauchwasser der Kühltürme des Konzerns sofort nach seinem Kühleinsatz in die Kanalisation. Dank der Konzeption eines geschlossenen Wasserkreislaufs wird es jetzt aufbereitet und wiederverwendet. Das spart Brauchwasser- und Abwasserkosten. Satte 100.000 Euro betrug die Vorschlagsprämie für die Idee, die höchste, die der Konzern bislang ausgezahlt hat.

Mercedes:
Mesud Salihovic (57) ist der Daniel Düsentrieb des Bremer Mercedes-Werks. Durch seine Erfindungen spart das Werk 1,4 Millionen Euro.

Lufthansa:
Die Idee, wie man den Umbuchungsprozess am Ticketschalter beschleunigen kann, wenn etwa ein Geschäftsreisender auf einen früheren Flug umbuchen möchte, ist inzwischen umgesetzt worden – und so mancher Passagier erreicht heute einen Flieger, den er sonst verpasst hätte.

Datev:
Ausbildung einmal anders angepackt haben Auszubildende und Führungskräfte beim Nürnberger Softwarehaus Datev. Dort brachten sieben junge Leute im Rahmen des Projekts “Azubis coachen Führungskräfte” den Managern Wissen bei. Insbesondere bei Tipps und Tricks für die Internet-Recherche, das E-Mail-Programm oder die Präsentations-Software konnten die Chefs von ihren Azubis lernen, berichtete das Unternehmen.

Deutsche Steinkohle AG:
Manfred Matthias und Dieter Linke von der Deutschen Steinkohle AG hatten beobachtet, dass mehrfach im Jahr die Mähmaschine eines bezahlten Spezialisten über die Wiesen alter Halden zockelte. Die beiden schlugen ihrem Chef vor, den Auftrag künftig an Spezialisten zu geben, die billiger und mindestens genauso gut mähen können: Schafe. Die Idee wurde umgesetzt und schon im vergangenen Jahr sparte das Unternehmen in etwa 50 000 Euro. Als Prämie kassierten die beiden Verbesserungsfreudigen je etwa 5 000 Euro.

RWE:
Bei RWE Systems brachte ein Mitarbeiter aus seinem Urlaubshotel die Idee mit, Bodenbeläge per Klettband zu verlegen, was den späteren Abbau enorm erleichtert.



TUI:
Bei TUI entwickelte ein Angestellter einen tragbaren Reisekiosk, der Reisebuchungen etwa in Einkaufszentren ermöglicht und den Umsatz ankurbelt.



ThyssenKrupp:
Der Konzern spart durch Blitzüberweisungen 40.000 Euro pro Jahr an Zinszahlungen.

Bei den Hüttenwerken Krupp Mannesmann brachte eine neue Lkw-Fahrroute 200.000 Euro Einsparungen.



KfW:
Die KfW Bankengruppe ließ die Bushaltestelle vor der Haustür in den Firmennamen umbenennen — Ergebnis: Billige Viralwerbung auf sämtlichen Fahrplänen.

Deutsche Post:
Feuerlöscher, die Wasser statt Löschschaum spritzen. Die Post nutzt sie für Brandschutzübungen. Der Lerneffekt für die Mitarbeiter ist derselbe wie vorher: Sie proben den Ernstfall und verlieren ihre Angst vorm Feuer. Aber die Kosten sinken: Die teure Wiederbefüllung der Geräte mit Lösch-Chemikalien entfällt und die Post spart 50.000 Euro pro Jahr.

Vodafone:
siehe diesen Blogbeitrag von mir.


1000 Euro Prämie für null Krankheitstage.

Freitag, 22. Januar 2010

Der Kreativitätsforscher Keith Sawyer hat in seinem Buch “group genius” mal treffend formuliert, dass Kreativität & Innovation weder geplant, noch vorhergesagt, noch befohlen werden können, sondern dass man nur Raum für die beiden schaffen kann. Wie man solche Räume schafft, zeigt Jörg Hübner. Der Dortmunder Unternehmer hat ein ganz besonderes Prämiensystem ausgedacht, dass die Innovationskultur in seiner Firma schützt, wahrt und vorantreibt:

Wer bei der Gesellschaft für Gerätebau in Dortmund arbeitet, dem bringen ein ganzes Jahr ohne Fehltag im Job 1000 Euro extra. Pro Krankentag reduziert sich also die Prämie um 100 Euro. Wer ganze zehn Tage fehlt, bekommt keine Extra-Zahlung. Was der Dortmunder Unternehmer Jörg Hübner seit 15 Jahren praktiziert, beschert seiner Firma einen niedrigen Krankenstand von 1,12 Prozent. Wenn man aber doch mal krank ist, kann man seine Krankheitstage auch abarbeiten. Wenn man beispielsweise statt acht Stunden neun Stunden arbeitet. (via Ruhr-Nachrichten)

Die Gewerkschaft findet das natürlich ein Unding. Ich finde dieses System sehr interessant. Und das Arbeitsklima und der Erfolg geben Herrn Hübner sogar recht.


Vodafone-Mitarbeiter erhält sechsstellige Prämie für kreative Idee.

Montag, 04. Januar 2010

via pressrelations.de:

Vodafone Deutschland versteht es seine Mitarbeiter für das interne Ideenmanagement zu begeistern. Die Mitarbeiter reichten 2009 mehr als 1.600 Ideen und Verbesserungsvorschläge ein. Die kreativen Einfälle reichen von einem vierstufigen Kundenzufriedenheitssystem für Partneragenturen über Rabatte für behinderte Personen bis hin zu einer zielgerichteten Kühlung der Technikräume. Alle diese Ideen ergeben für Vodafone einen rechnerischen Vorteil von 13 Millionen Euro. Die vielen Ideen der Vodafone Mitarbeiter bescherten Vodafone schon im Jahr 2008 ein Einsparpotential von acht Millionen Euro. 2009 sind es 13 Millionen, was einer Steigerung von 62,5 Prozent zum Vorjahr entspricht. Und auch schön: Vodafone geizt nicht mit Geld und Belohnungen. Eine sechsstellige Prämie erhielt beispielsweise René Görke für seinen Beitrag zur nachhaltigen Kundenbindung. Dieser sieht vor, dass ein neuer Kunde telefonisch von Vodafone begrüßt wird, dass man ihm zu seinem Geburtstag gratuliert und dass er rechtzeitig informiert wird, wenn sein Vertrag zur Verlängerung ansteht.

Anbei der beste Vodafone-Spot aller Zeiten. Auch eine klasse Idee!


Kill a stupid rule.

Sonntag, 01. November 2009


Vernon Hill gilt als einer der Urväter der “Kill a stupid rule”-Idee. Als CEO der Commerce Bank in den USA hat er diese Methode etabliert und damit unzählige unsinnige Regeln des Bankwesens abgeschafft. Hier ein Ausschnitt aus einem Beitrag für www.bankstocks.com:

“Stupid rules destroy brands, degrade the customer experience, erode employee morale–and destroy shareholder value.”

Die folgenden fünf Regeln, hat er unter anderem während seiner Zeit als Geschäftsführer abgeschafft:

Werbung.
Die Lieferwagen der Banken, mit denen meistens große Geldmengen transportiert werden sind häufig grau oder weiss – Hauptsache sie fallen nicht auf. Der Hintergrund: man will Bankräuber nicht unnötig auf die Lieferwagen aufmerksam machen. Bunte Wagen könnten nur Zielscheibe von Raubüberfällen werden. Humbug dachte sich die Commerce Bank und hat als eine der ersten Banken all ihre Lieferwagen mit Werbung für die Commerce Bank angemalt.

Mittagspause.
Wieso hat es sich im Bankgewerbe durchgesetzt, dass alle Filialen zwischen 13 Uhr und 14 Uhr geschlossen sind? Obwohl genau das doch der Zeitpunkt ist, an dem die Kunden die meiste Zeit haben? Die Commerce Bank hat die Mittagspause abgeschafft und war eine der ersten Banken, die durchgehend geöffnet hatte.

Hunde.
Was ist der Grund warum Hunde bei Banken draußen bleiben müssen? Bei der Commerce Bank wurde dieses Verbot abgeschafft. Neben den Beratertischen wurden nun sogar Wasserschüsseln und Fressnäpfe für die Hunde hingestellt.

Münzgeld.
Wer bei einer Bank einen Haufen Münzgeld abgeben will, muss es in der Filiale selbst in Papier einrollen. Je nach dem wie viel Geld man abgeben will, kann das schon bis zu einer Stunde dauern. Die Commerce Bank war eine der ersten Banken, die diese Selbst-Einroll-Regel abgeschafft hat. Das Münzgeld wurde jetzt von Maschinen oder Azubis eingerollt. Auf diese Weise hat die Commerce Bank 2007 Münzegeld von 5 Millionen Kunden angenommen, was der Kundentreue enorm geholfen hat.

Callcenter.
Die Commerce Bank war eine der ersten Banken, die die Computermenüs in den Wartschleifen ihrer Callcenter abgeschafft hat.