Ich liebe es, wenn Zauberer ihre Zaubertricks verraten. Und wie so oft, wird einem vieles klarer, wenn man einen Perspektivwechsel vollzieht.
Mit ‘Ideenbewertung’ getaggte Artikel
Ideenbewertung: Wie hoch ist dein Risiko-IQ?
In der Phase der Ideenbewertung, muss man ein Gespür für die Zukunft haben:
Wird die Innovation XY sich am Markt behaupten?
Wird das Produkt XY mindestens 1.000.000 mal gekauft?
Wird der Artikel XY bei Teenagern ankommen?
Ist die Werbekampagne ein Gold-Löwe in Cannes?
Wenn jemand bei der Ideenbewertung ein glückliches Händchen hat (wenn seine ausgewählten Ideen/Innovationen/Lösungen später zu dem erhofften Erfolg führen), dann kann das auch daran liegen, dass die Person einen hohen Risiko-IQ hat. Das zumindest ist die Theorie von Dr. Dylan Evans und seiner äußerst spannenden Website www.projectionpoint.com:
Risk Intelligence Quotient (RQ) is a measure of a person’s ability to estimate probabilities accurately. People with high risk intelligence tend to make better predictions than those with low RQ. When a banker guesses how likely it is that a customer will repay a loan; when a doctor estimates the chance that a patient has a particular disease; and when you try to figure out whether or not to take your umbrella with you when you go out for a walk – all these tasks require risk intelligence. High risk intelligence is quite rare. Fifty years of research in the psychology of judgement and decision making shows that most people are not very good at thinking clearly about risky choices. If risk intelligence was more common, the world wouldn’t be mired in financial crisis, since this was largely caused by unwise lending and borrowing – both of which involve risk intelligence. Too many lenders and borrowers overestimated the chances that loans would be repaid.
Und hier geht’s zum Test.
Ideenbewertung: Prognosemärkte sind im Kommen.
Ralf Grötker hat auf heise.de einen bemerkenswerten Artikel über Prognosemärkte geschrieben – ein hochinteressantes Tool der Ideenbewertung. Hier eine Zusammenfassung:
Das Institut für Soziologie der Uni München hat die Bundestagswahl 2009 besser vorausgesagt als alle Meinungsforschungsinstitute zusammen. Was ist das Geheimnis? Die Ergebnisse kommen nicht über eine Umfrage, sondern über eine sogenannte Prognosebörse zustande. Statt Teilnehmer einfach nach ihrer Meinung zu fragen, sollen sie – wie an einer Aktienbörse – über die Entwicklung bestimmter Kennzahlen spekulieren. Das Prinzip solcher Börsen, die im Grunde nichts anderes sind als Wetten auf einen bestimmten Kursverlauf, ist einfach am Beispiel der Wahlprognose zu erklären: Auf der Webseite “Wahlstreet.de” können Teilnehmer mit virtuellem Geld Aktien der Parteien kaufen und verkaufen. Angebot und Nachfrage regeln den Kurs. Der Unterschied zum realen Börsenparkett: An einem bestimmten Stichtag – in diesem Fall am Wahlsonntag – ist alles vorbei. Die aktuelle Notierung entspricht immer der kollektiven Erwartung, wie die entsprechende Partei abschneiden wird – und taugt damit hervorragend als Vorhersage-Instrument.
Bei Siemens etwa wurde schon Mitte der Neunziger darauf gewettet, wie lange sich der Abschluss von IT-Projekten hinziehen würde. Bei Google, wo der bislang größte unternehmensinterne Vorhersagemarkt stattfindet, setzen die Angestellten auf die Anzahl künftiger “Gmail”-Nutzer oder darauf, wann ein neuer Google-Service Marktreife erlangen wird. Bei Hewlett-Packard spekulierten Mitarbeiter auf die Anzahl von verkauften PCs. Weitere Firmen die auf Prognosemärkte setzen: Münchener Rück, Motorola, General Electrics und Rite-Solutions. Die Firmen, die solche Prognosebörsen in Unternehmen etablieren haben Namen wie NewsFutures, Consensuspoint, Inkling, Gexid und Crowdcast.
Messungen ergaben übrigens: Prognosebörsen lagen in drei Viertel aller Fälle näher am wahren Ergebnis als die Umfragen.
Doch der eigentliche Vorteil von Prognosebörsen: Sie bedeuten erheblich weniger Aufwand als klassische Instrumente der Meinungsforschung. Schließlich müssen für Umfragen Panels mit mehr als 1500 Teilnehmern erstellt werden, die zudem noch repräsentativ für die Bevölkerung sein müssen. Bei Prognosebörsen reicht ein Bruchteil davon. Wie viel genau, hängt vom Thema ab. Mit Prognosebörsen konnte Motorola übrigens das Ideen-Management um 20 Prozent beschleunigen: Heute dauert es nur noch siebzig Tage, bis über die Umsetzung eines Vorschlags aus den Reihen der Mitarbeiter entschieden wird.
Anbei die Anleitung und Mechanik der Prognosebörse des Handelsblatt:



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