BLOG ÜBER KREATIVITÄT, IDEENMANAGEMENT UND INNOVATIONSKULTUR

Was macht Kreative kreativ?

März 7th, 2014

Die Huffington Post hat einen Artikel veröffentlicht, der versucht das Wesen kreativer Menschen näher zu beleuchten. Genauer gesagt sind es 18 Ansichten.

Hier geht’s zum Artikel!

Gute Ideen beim Busfahren.

März 3rd, 2014

Ja wo hat man denn die guten Ideen? Auf dem Klo? Beim Wandern? Kurz vor dem Einschlafen? Beim Sport? Unter der Dusche? Oder sind gute Ideen nicht ganz einfach das Ergebnis knallharter Arbeit. Die Werbeagentur Lg2 aus Quebec/Kanada hat genau für diese Fragestellung ein Werbekonzept erstellt – und zwar für das Capital Transit Network. Demnach entstehen wunderbare bzw. lebensentscheidende Ideen auch im Bus. Fantastisches Konzept, das auf einem tollen Insight beruht.
Psychologen meinen, dass Geistesblitze oft im Moment der Entspannung oder des Loslassens entstehen. Vielleicht. Ich bleibe bei meiner Meinung, dass schlaue Ideen vor allem aufgrund von Fokussierung, Konzentration und Problemlösungswillen entstehen.

Mensch vs. Maschine.

Februar 19th, 2014

Spannend. Der Supertischtennisspieler Timo Boll wird bald gegen einen Roboter antreten. Das Duell Mensch gegen Maschine fasziniert immer wieder. Vor etwa einem Jahr hat beispielsweise auch der BVB Dortmund bekanntgegeben, dass die Spieler dort zu Übungszwecken in den „Footbonaut“ gesteckt werden, ebenfalls ein riesengroßer Computerroboter. Das Ziel: die Kreativität und die technischen Raffinessen der Spieler immer weiter zu verbessern.
Sofort kommt da einem ein Gedanke: warum gibt’s sowas nur im Sport? Wie wäre es wenn die Top-Innovatoren a la Google, Samsung, Apple, BMW usw. auch mal einen Trainingsroboter für ihre Mitarbeiter entwickeln würden. Ein Roboter der Mitarbeiter darauf trainiert, unterschiedliches Wissen oder branchenfremde Dinge noch schneller miteinander zu verknüpfen. Oder verrückte Ideen noch schneller in durchdachte Lösungen umzuwandeln.
Wird’s wahrscheinlich nie geben. Roboter im Sport werden eben nach den Regeln der jeweiligen Sportart programmiert. Ziel der Programmierung wird immer bleiben: die Regeln perfekt zu beherrschen.
Innovation basiert aber ja auch oft auf einem Regelbruch. Und spätestens dann sind die Roboter beleidigt.

The Superdesk.

Februar 17th, 2014

Wow! Dieser super lange Tisch steht in der Design-Agentur The Barbarian Group. Hier sitzen also alle Mitarbeiter im wahrsten Sinne des Wortes alle an einem Tisch. Kulturkritiker könnten jetzt denken: ja und? Was bringt das? Können Kreativfuzzis einfach nicht ganz normale Schreibtische haben wie andere 9 to 5 workers auch?
Könnten sie! Aber genau solche extravaganten Bürokonzepte lassen eine Kreativ- bzw. Innovationskultur entstehen.
Und warum?
Weil man anders denkt, wenn um einen herum alles anders ist!
Gratulation an den Architekten Clive Wilkinson, der dieses Ding entworfen hat.

Introducing the Superdesk from The Barbarian Group on Vimeo.

Und der Plagarius geht an…

Februar 7th, 2014

Der Plagarius 2014, ein unterhaltsamer Negativpreis, geht dieses Jahr nach China. Diese Meldung ist heute auf hr-online erschienen. Die Shenzhen PRT Import Export Co. soll anscheinend ein deutsches medizinisches Elektrogerät nachgebaut haben. Die Erfindung ist fast identisch mit dem Stoßwellentherapiegerät „ZWave“ des Herstellers Zimmer Medizinsysteme GmbH aus Neu-Ulm, so der Plagarius-Veranstalter. Und in der Tat: der Fotovergleich ist sehr verblüffend. Nicht nur das. Sogar die Website wurde nachgeahmt.

China tut so viel um das Image des ewigen Kopierers loszuwerden. Wahrscheinlich ist es aber noch eine lange Reise bis sich wirklich etwas tut!

Bed Ideas.

November 27th, 2013

Von der Apicula Creative Agency ist etwas nettes auf VIMEO veröffentlicht worden: The Bed Ideas.

Und hier die Eigenbeschreibung:

The Bed Ideas is a lamp for out-of-hours dreamers, is the remedy for creative insomnia. It is ideal object for those brief but critical moments before entering a deep sleep, when the the brightest ideas arise to our head. If this happens just turn on the lamp, remove it from the holder, write the idea in a post-it and put it back.

Dieses Phänomen kennen viele: wir glauben, dass die Ideen, die wir kurz vor dem Einschlafen haben, genial sind. Aber am nächsten Tag haben wir sie leider vergessen. THE BED IDEAS kann da jetzt Abhilfe schaffen: nun kann man seine Ideen noch schnell aufschreiben, bevor man im Schlummerland wirklich angekommen ist. Aber am nächsten Morgen merken wir dann: soo toll war die Idee dann doch auch wieder nicht. Aber warum denken wir nur, dass die Ideen kurz vor dem Einschlafen so gut sind? Wahrscheinlich weil wir schon halb im Traum sind – und in diesen Traumphasen ist eben alles in Watte gepackt.

Bed ideas from Apicula Creative Agency on Vimeo.

Drogen machen nicht kreativer.

November 21st, 2013

Prof. Holm-Hadulla, ein renommierter deutscher Kreativitätsforscher, hat jede Menge Texte und Briefe von Jim Morrison analysiert und kam unter anderem zu folgendem Entschluss: die Drogen, die Jim Morrison nahm haben ihn nicht kreativer gemacht.

Richtige ausführliche Information zu seiner Analyse findet man hier:
Holm-Hadulla, R. M. & Bertolino, A. (2013). Creativity, Alcohol and Drug Abuse: The Pop Icon Jim Morrison [Abstract]. Psychopathology (Online First Articles).

oder hier.

Wie wichtig ist Storytelling?

Oktober 6th, 2013

Als ich vor knapp 20 Jahren an der Filmhochschule München studiert habe, da hatte ich Storytelling-Trainings bei Doris Dörrie und hörte mir Gastvorträge bei Woody Allen übers „Geschichten erzählen“ an. Damals war die Maxime, dass die Story bzw. der Plot das A und O ist. Es war noch eine Zeit, die extrem vom Autorenfilm geprägt war. Wenn man heute Redakteure in den Fernsehanstalten fragt, was sie an den Nachwuchsregisseuren vermissen, dann sagen sie immer noch: ein Gefühl für Geschichten. Aber sind Geschichten wirklich so wichtig wie alle behaupten? Wenn man sich den Film über das „Making of“ des Great Gatsby anschaut, spürt man plötzlich wie nachrangig das Storytelling geworden ist.

The Great Gatsby VFX from Chris Godfrey on Vimeo.

Junge Filmstudenten müssen heutzutage viel mehr über Filmtechnik wissen, als ich damals. Vielleicht beschäftigen sie sich deshalb auch weniger mit „Geschichten erzählen“, weil der Trend auch in eine technikgetriebene Richtung geht. Und dass Fernsehredakteure bei Nachwuchsregisseuren, das Gespür fürs Geschichten erzählen vermissen ist nicht verwunderlich: die meisten Redakteure sind meine Generation und älter und die finden das gut, mit was sie aufgewachsen sind. Oder noch schlimmer: jene Redakteure müssen Filme für die Zielgruppe 60+ machen. Und dieses Publikum will von 3D-Technik gar nichts wissen. Die wollen Filme wie aus ihrer Jugend. Übrigens auch ein Grund, warum der Tatort bis heute so erfolgreich läuft: die Leute lieben das, was sie kennen. Einen Film über die typischen Tatort-Muster gibt’s auf Youtube übrigens schon. Ein ziemlich lustiger Film! Glückwunsch an die Macher!

Kreativität und Chaos.

Oktober 4th, 2013

Im Internet macht eine neue Studie die Runde. Wieder mal ist es eine Forschungsarbeit, die tangentiell etwas mit Kreativität zu tun hat. Die man aber als Berufs-Kreativer nur mit einem Kopfschütteln kommentieren kann. In letzter Zeit finde ich es wirklich erstaunlich, was für schwarz/weiss Studien Wissenschaftler über „Kreativität“ veröffentlichen. Man merkt, dass Wissenschaftler häufig glauben, dass Kreativität eine Art „Mysterium“ sei. Und man merkt, dass Wissenschaftler sich gleichzeitig wünschen, man könnte dieses „Mysterium“ katalogisieren.
Widmen wir uns also mal der aktuellen US-Studie der University of Minnesota. Diese versucht zu erforschen, welchen Einfluss der Ordnungsgrad eines Büros auf die Arbeitsweise hat. Eine Erkenntnis war auch, dass ein sauberer Schreibtisch, die Kreativität beeinträchtigen würde. Ein nicht so ordentliches Büro hingegen würde mehr kreative Ideen erzeugen. Und jetzt möchte ich gar nicht wissen, was für kreative Experimente die Forscher mit den „nicht-so-ordentlichen-Schreibtisch-Besitzern“ gemacht haben. Wahrscheinlich wieder irgendwelche Kinderassoziationsübungen.

Interessanter wäre eine Studie, die herausfindet, wer im Unternehmen wirkliche kreative Impulse setzt oder auch verwirklicht und dann überprüft, was diese Menschen für einen Ordnungsgrad am Schreibtisch haben. Hier würde dann etwas vollkommen anderes herauskommen: dass nämlich die wahren Ideentreiber aufgeräumte Schreibtische haben, wie eigentlich alle Top-Kreativen (egal aus welcher Branche) mit denen ich bisher zusammengearbeitet habe. Das ist auch nicht weiter verwunderlich: Erfolgreiche und durchsetzungsstarke Kreativität braucht am Ende Struktur. Ich möchte mich deshalb gar nicht gegen Chaos am Arbeitsplatz wehren. Jeder soll arbeiten, wie er will. Schließlich soll auch Albert Einstein vom Chaos ein großer Fan gewesen sein. Ihm wird immerhin folgendes Zitat zugeordnet:

“If a cluttered desk is a sign of a cluttered mind, of what, then, is an empty desk a sign?”

Ich finde es nur bedenklich, wenn wissenschaftliche Studien versuchen, Kreativität in einen zwingenden Zusammenhang mit Chaos zu bringen.

Wer hat’s erfunden?

September 29th, 2013

In der SZ gibt’s ein schlaues Tüftler-Quiz.
Wer alle 10 Fragen richtig beantwortet, dem zolle ich meinen Respekt ;-).