BLOG ÜBER KREATIVITÄT, IDEENMANAGEMENT UND INNOVATIONSKULTUR

Archive for the ‘Schwarmkreativität’ Category

Ist die Masse wirklich weise?

Montag, Februar 25th, 2013

Im Rahmen der Munich Creative Business Week (MCBW), die letzte Woche in München veranstaltet wurde, habe ich bei Serviceplan vor 100 Teilnehmern einen zweistündigen Vortrag gehalten.
Hat wirklich Spaß gemacht.
Zum Schluss haben wir noch über „Die Weisheit der Vielen“ diskutiert und zu hundert „WER WIRD MILLIONÄR“ gespielt – allerdings ohne Einsatz von Jokern. Die einzige Basis war das Expertenwissen der 100 Teilnehmer.
Aber wir haben es nicht geschafft. An der 500.000 Euro Frage sind wir gescheitert 😉

Ich habe dieses Experiment mittlerweile schon ca. 40 mal gemacht. Und es klappt nie!
Ist die Masse doch nicht so weise wie wir alle denken?

Foto2[1]


Kreative Filmfinanzierung.

Sonntag, Juni 5th, 2011

Filmproduzenten haben’s nicht einfach in Deutschland. Ohne üppige Filmförderung ist hierzulande eigentlich kein erfolgsversprechender Kinofilm zu finanzieren. Die Produktionsfirmen Teamworx („Die Flucht“, „Hindenburg“) und Von Fiessbach Film wollen deshalb mal ganz neue Wege gehen. Sie rufen ab kommender Woche im Netz dazu auf, mit Spenden den Dreh eines erotischen Spielfilms zu sichern. 170.000 Euro sollen so zusammenkommen. Name des Films: Hotel Desire. In der PR-Mappe kann man folgendes lesen:

Regisseur und Drehbuchautor Sergej Moya möchte mit HOTEL DESIRE einen erotischen Film inszenieren, der sich in seiner selbstbewussten Herangehensweise durch das Genre des pornographischen Film inspirieren lässt, jedoch kein Porno ist.

Warum der Regisseur einen „beinahe Porno“ machen möchte, kann man auch nachlesen. Und seine Argumentation finde ich wirklich super interessant:

Angeblich denken Frauen über den Tag verteilt im Schnitt alle 60 Sekunden an Sex, Männer alle 52 Sekunden. Sowohl der reale, als auch der imaginäre Sex sind elementarer Bestandteil unserer Lebensqualität. Ich konnte hingegen keine Angabe finden, die belegen kann, alle wie viele Sekunden, Minuten oder Stunden wir täglich an Mord und Totschlag denken. Da erscheint es doch seltsam, dass uns die derzeitige Kinokultur Gegenteiliges vorzuleben versucht. Für diese Filmemacher ist es selbstverständlicher Menschen zu zeigen, denen die Köpfe von Körpern getrennt werden, als das Liebesspiel zweier Menschen.

Wenn das Geld zusammenkommt, wird laut Teamworx ab August der Film „Hotel Desire“ mit Clemens Schick, Anna Maria Mühe und Saralisa Volm gedreht. Falls nicht, komme das eingezahlte Geld Nachwuchsfilmern zugute.

Im Musikgeschäft wird laut spiegel.de schon länger mit alternativen Finanzierungsmodellen wie Crowdfunding experimentiert.

Auf der Website sellaband.com können Fans zum Beispiel Geld in Bands und Solo-Künstler stecken, um so die Finanzierung von neuen Alben abzusichern.

Ich finde dieses Projekt super spannend. Wer kräftig mitinvestiert (10.000 Euro mindestens) kann ein gutes Product-Placement mit seiner Marke ergattern. Und da der Film bereits jetzt in den Medien heiß diskutiert wird, kann man davon ausgehen, dass der Film viele Zuschauer finden wird. Bei so einer großen Reichweite sind 10.000 Euro doch eine wirklich effektive Werbeinvestition.


Innovation entsteht nicht am Mikroskop, sondern am Konferenztisch.

Sonntag, April 10th, 2011

Steven B. Johnson hat dem Tagesspiegel ein interessantes Interview gegeben. Seiner Meinung nach entstehen Innovationen nicht am Mikroskop, sondern am Konferenztisch, am Getränkeautomaten und im Flurgespräch.

Wie wahr! Man nennt es auch Schwarmkreativität!

Ich glaube auch, dass Kreativitätsschübe in einer Firma vor allem dann stattfinden, wenn der Boss mal nicht da ist. Denn dann sind alle entspannter und es herrscht weniger Stress!


And the Oscar goes to…

Samstag, März 6th, 2010

Schwarmkreativität und Prognosebörsen sind wunderbare Tools der Ideenbewertung. Sie helfen uns zu verstehen, was die Masse über die neuen Produkte oder Innovationen denkt und wie erfolgreich sie eingeschätzt werden. Die Ergebnisse von Schwarmkreativität und Prognosebörsen helfen uns vorherzusagen, ob unsere Produkte/Innovationen floppen oder toppen. Das klappt auch bei Hollywoodfilmen.

Schwarmkreativität:
Hier das Ergebnis zur bevorstehenden Oscar-Nacht von Peter A. Gloor und seiner Seite www.swarmcreativity.blogspot.com:

Prognosebörse:
Und hier das Ergebnis von www.intrade.com:

Fazit:
Zum jetztigen Zeitpunkt meint intrade.com, dass THE HURT LOCKER mit einer Wahrscheinlichkeit von 51,5% den Oskar für den besten Film bekommt. Aber der Kurs kann sich ja noch ändern.
Peter A. Gloor hat sich festgelegt. Er glaubt, dass AVATAR den Oskar für den besten Film bekommen wird.

Es bleibt spannend! Ich tippe auf Avatar.

(Nachtrag vom 8.3: THE HURT LOCKER gewinnt den Oscar für den besten Film. Gratulation an intrade.com, die mit ihren Vorhersagungen auch dieses Jahr wieder sehr treffsicher waren!!!)

Peter. A. Gloor meint noch abschließend auf seinem Blog:

It is really a close decision in best picture and director, but considering the combined Web, Blog, and IMDb metrics there is a slight preference for the movie Avatar to be this year’s best picture winner – Hurt Locker is very close though.


Unter Bienen.

Sonntag, Oktober 18th, 2009

Peter A. Gloor hat dem ORF ein sehr interessantes Interview gegeben. Darin erzählt er über seine neuesten Erkenntnisse der Schwarmkreativität.

Schade, dass dieses Experiment in einer Bank gemacht wurde. Ob dieses Kommunikationsmuster auch in der Kreativindustrie vorherrscht?


Kreatives Chaos in Blomberg.

Freitag, Oktober 16th, 2009

Blomberg ist eine kleine Stadt in NRW. Und da findet gerade ein Experiment statt, das wissenschaftlich begleitet wird. Und zwar nach holländischem Vorbild. Momentan sind in Blomberg alle Verkehrsschilder verhüllt. Die Verkehrsordnung ist quasi außer Kraft gesetzt. In Holland hat man nämlich festgestellt, dass weniger Verkehrsvorschriften zu mehr Aufmerksamkeit führen – und es daher zu weniger Unfällen kommt. Genau das soll in Blomberg unter anderem untersucht werden.
Außerdem soll das Experiment folgendes beweisen: Ohne Verkehrszeichen und Verkehrsordnung wachsen städtische Identität und Lebensqualität, weil alle Verkehrsteilnehmer (Autofahrer, Fahrradfahrer, Fußgänger) den Raum gleichermaßen nutzen. Zusätzlich ist die gegenseitige Rücksichtnahme viel höher. Die Kreativitätsforschung kann daraus auch ihre Lehren ziehen: Mit weniger Bürokratie in einem Unternehmen wird der kreative Spielraum von allen Mitarbeitern aller Ebenen besser genutzt. Die Kreativen haben mehr Platz zum Spielen.