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Blog über Kreativität, Kreativitätsforschung und Innovationskultur

Archiv für die Kategorie ‘Kreativitätssteigerung’

Blackberry aus – Kreativität ein.

Freitag, 23. Dezember 2011

Der Hirnforscher Ernst Pöppel hat mal folgendes gesagt:

„Wenn ganz Deutschland jeden Tag für eine Stunde nicht kommunizieren würde, dann hätten wir hier den größten Innovations- und Kreativitätsschub, den man sich vorstellen kann.“

Was er damit meinte:
Nur wer die Fähigkeit besitzt abzuschalten, kann kreativ sein.

Und bei VW scheint laut SZ diese Annahme jetzt Wirklichkeit zu werden. Nicht nur wegen mehr Kreativität, sondern vor allem um den Burn-Out zu bekämpfen:

Mehr als 1000 Mitarbeiter von Volkswagen können sich künftig darauf verlassen, dass sie nach Feierabend nicht mehr über ihren Blackberry mit Beruflichem belästigt werden. Eine neue Betriebsvereinbarung sieht vor, dass Angestellte mit Tarifvertrag eine halbe Stunde nach Arbeitsende nicht mehr über das Blackberry-Netz erreicht werden können. Der Server wird in dieser Zeit heruntergefahren, Unternehmens-E-Mails können nicht mehr empfangen werden. Erst eine halbe Stunde vor Beginn des nächsten Dienstes werden sie wieder hochgefahren.

Dass VW dies jetzt für 1000 Angestellte umsetzt finde ich erstmal ganz schön mutig. Und dafür sollte es einen kleinen Extraapplaus geben!
Trotzdem frage ich mich:
1. Warum geht VW so nicht auch mit seinen Lieferanten und Dienstleistern um? Viele Burn-Outs die bei VW entstehen, geschehen doch sicherlich nicht nur im Unternehmen, sondern auch drum herum.
2. Wird die Burn-Out Quote wirklich zurück gehen, weil das Blackberry ausgeht? Das bezweifle ich. Menschen, die Burn-Out gefährdet sind, sind selten Sklaven ihrer Blackberrys, sondern fehlt es meistens an Priorisierungsgespür. Oft sind Burn-Out-Gefährdete auch in Abhängigkeiten verstrickt, die sie zu einseitigen Befehlsempfängern macht. Und das macht kraftlos.

Meine Prognose zum “Blackberry-Ausschalten-von-VW”:
Der Kreativitätsschub wird kommen. Die Burn-Out-Rate bleibt gleich.


Hier macht Ausdenken Spaß.

Montag, 06. Juni 2011

Wo das ist und bei welcher Firma, weiss ich leider nicht – aber ein tolles Tool zur Kreativitätssteigerung der Teams.


Kreative Idee: das Kreativbarometer.

Dienstag, 17. Mai 2011

Heute was ganz Kurioses und doch Hochinteressantes zugleich: Forscher aus Deutschland haben offensichtlich ein Instrument zur Förderung des Kreativitätspotenzials in Unternehmen entwickelt. Der erste Prototyp sei bereits in Betrieb, so die Meldung.

Klasse Idee!

Hier ein Ausschnitt aus der Bekanntmachung:

„Wie oft haben Sie in den letzten sieben Tagen ein inspirierendes Gespräch geführt?“, fragt der Rechner beim Hochfahren. Diese und gelegentliche andere kleine Fragen an Mitarbeiter, Vorgesetzte und Chefs helfen, das kreative Klima eines Unternehmens automatisch laufend zu messen. Verschlechtert es sich, kann man eingreifen. Der Prototyp des so genannten Kreativbarometers, entwickelt von Bochumer Arbeitswissenschaftlern und dem Kölner Institut für Angewandte Kreativität, ist jetzt in Betrieb gegangen. Am Projekt, das vom NRW-Arbeitsministerium und dem Europäischen Sozialfonds für zwei Jahre gefördert wird, sind zehn Partnerunternehmen beteiligt.

Die Fragen, die Aufschluss über das kreative Klima des Unternehmens geben sollen, werden in zwei halbtägigen Workshops von einer unternehmensinternen Projektgruppe gemeinsam mit den Bochumer und Kölner Wissenschaftlern entwickelt. Sie sind maßgeschneidert auf die Rolle jedes Mitarbeiters im Unternehmen, d.h. der Chef bekommt seine eigenen Fragen. Die Fragen beziehen sich nicht ausschließlich auf das Arbeitsumfeld, sondern auch auf die Freizeit: Es geht also darum, wie oft man z.B. in den letzten sieben Tagen insgesamt inspirierende Gespräche hatte, sowohl zu Hause als auch im Büro. Das Privatleben ist bewusst einbezogen, denn: „Wenn einem in der Freizeit nichts Gutes mehr einfällt oder von anderen erfragt wird, dann ist das schon ein Warnzeichen. Vielleicht sogar für einen Burn-out“, sagt Peter Weil vom Institut für Angewandte Kreativität, Köln.

Durch regelmäßige beiläufige Kurzbefragung wird das Kreativitätsklima im Unternehmen erhoben. Einzelne Fragen, die schnell mal zwischendurch beantwortet werden können, kommen z.B. beim hochfahren des Rechners. Darüber hinaus wird an Mobilelösungen gearbeitet, d.h. Fragen können auch über das Mobiltelefon beantwortet werden. So können auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die viel unterwegs am Kreativitätsbarometer teilnehmen. „Das Kreativitätsbarometer zeigt an, wie weitgehend es die Arbeits- und Lebensbedingungen den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ermöglichen, kreativ zu sein, ob ihre Kreativität gefördert und anerkannt wird oder ob Kreativität in den Augen der Belegschaft erfolgsentscheidend für das Unternehmen ist“, erklärt Dr. Angela Carell, vom Institut für Arbeitswissenschaft der RUB.

Die Auswertung der Fragen übernimmt ein Statistikprogramm. Die Ergebnisse werden in Form einer Klimakarte angezeigt. Wenn die Werte eines bestimmten Bereichs unterschritten werden oder das einmal erreichte Niveau deutlich zurückgeht, wird ein interner Kommunikationsprozess angestoßen, der in geeignete Maßnahmen mündet. Sie können z.B. darin bestehen, dass die Arbeitsaufgaben interessanter gemacht werden, dass man versucht, Zeitdruck abzubauen, oder dass man mehr Anregungen anbietet, ein wenig „Brainfood“.

Weitere Informationen erhält man bei:

Dr. Angela Carell, Informations- und Technikmanagement, Institut für Arbeitswissenschaft der Ruhr-Universität, 44780 Bochum, Tel. 0234/32-27724, E-Mail: angela.carell@rub.de, http://www. imtm-iaw.rub.de

oder bei:

Peter Weil, Institut für Angewandte Kreativität, Kölner Weg 44, Köln, Tel. 0221-800207-0, E-Mail: Peter.weil@iak.de

Und hier noch ein schönes Video aus Amerika, das sehr schön verdeutlicht, wie Kreativität bei Menschen und Tieren entstehen:


Der beste Kreativitätstrainer verlässt die Bühne.

Donnerstag, 24. März 2011

Wer ist eigentlich der beste Kreativitätstrainer der Welt?
Meiner Meinung nach ist es der noch amtierende Bayern-Trainer Van Gaal.
In fast jedem Interview redet er mit Hingabe über “Kreativität”. Und seine Spieler müssen täglich eines der härtesten “Kreativitätstrainings” absolvieren.

Liebe Dax-Vorstände! Wenn Sie mal 80.000 Euro übrig haben und einen Top-Speaker zum Thema “Wie steigere ich den kreativen Output meiner Mannschaft” suchen, dann buchen Sie bitte Louis Van Gaal. Der Mann kennt alle Tipps & Tricks der Kreativitätssteigerung.


Je höher die Wertschätzung, desto mehr Kreativität.

Sonntag, 27. Februar 2011

Mein Lieblings-Kreativitätsforscher Prof. Holm-Hadulla hat in der SZ mal wieder ein schönes Interview gegeben. Hier ein Ausschnitt:

SZ: Studien besagen, dass es um die Kreativität am Arbeitsplatz im allgemeinen schlecht bestellt ist. Menschen sind beim Joggen viel einfallsreicher als am Schreibtisch. Wie lässt sich das ändern?

Holm-Hadulla: Indem man die Kreativitätskultur im Unternehmen verbessert, das heißt eine Achtsamkeit für individuelle Rhythmen und Ausdrucksformen von Arbeit entwickelt. Dazu gehört zum Beispiel auch, je nach Bedürfnis, ein kurzer Mittagsschlaf. Außerdem sollten Führungskräfte eingreifen, wenn etwa aus Neid gute Ideen abgebügelt werden. Am besten gehen sie mit gutem Beispiel voran, indem sie individuelle Stärken achtsam bestätigen und jeden Mitarbeiter an seinem Platz wertschätzen.

Also liebe Chefs! Immer schön loben. Und alle, die keinen Chef haben, der sie regelmäßig wertschätzt, müssen sich eben vom Muhammed Ali eine Scheibe abschneiden und sich selbst wertschätzen.


Muhammad Ali-The Greatest! von Clipfish


Lady Gaga hat mit Drogen bessere Ideen.

Donnerstag, 17. Februar 2011

Lady Gaga hat mal wieder ein Geheimnis verraten, wie sie ihre Kreativität beflügelt. In den Nachrichten war heute folgendes zu lesen:

Um ihre Kreativität beim Texte schreiben anzukurbeln, konsumiert Lady Gaga gerne mal Haschisch und trinkt Whiskey. In der CNN-Sendung „60 Minutes” verriet die US-Sängerin jetzt: „Ich rauche viel Pot, wenn ich meine Songs schreibe“. Sie sagte aber auch, dass sie es nicht übertreibe, denn das tue ihrer Stimme nicht gut. Wenn sie mal kein Hasch raucht, trinkt sie gerne mal einen Whiskey. Die Skandal-Diva hatte früher bereits zugegeben, Kokain zu konsumieren.

Kein Zweifel! Alkohol und Hasch machen mutig. Und wer mutig ist, hat manchmal radikale Ideen. Und so lange Lady Gaga nicht Gefahr läuft wie Amy Winehouse zu enden, soll mir ihr (bis jetzt noch harmloser) Drogenkonsum egal sein. Kreative Köpfe werden immer Grenzgänger bleiben – das wird man niemals aus ihnen austreiben können.


Lady Gaga Cocaine Addict!
Hochgeladen von HollywoodBackstage. – Sieh weitere Film & TV Videos.


Egal was du denkst, denk das Gegenteil.

Donnerstag, 17. Februar 2011

Ich verstehe überhaupt nicht, dass ich dieses geniale Buch erst jetzt entdecke. Aber der Kreativitätsratgeber “Egal, was du denkst, denke das Gegenteil” ist echt ein Hammer. Der Autor Paul Arden ist böse und provokant aber immer charmant und das macht dieses Buch so einzigartig. Vor allem stachelt es aber wirklich an, seinen eigenen Weg zu gehen. Es motiviert auf erheiternde Weise, kreative Dinge zu tun. Einfach wunderbar.


Die “Denk-Kappe” kommt.

Freitag, 11. Februar 2011

Ganz frisch aus den Nachrichten:

Australische Forscher haben eine so genannte “Denk-Kappe” entwickelt, die die Kreativität von Menschen steigern soll.

Dabei wird mit Hilfe von Stromstößen das Gehirn stimuliert. Erste Tests zeigten, dass dreimal mehr Menschen mit “thinking cap” Mathematik-Aufgaben lösen konnten als welche ohne diese Mütze.

Die Kappe unterdrücke die linke Gehirnhälfte, wo Wissen abgespeichert ist. Die rechte Hälfte werde angeregt, wo die Kreativität sitzt. So sollen Menschen lernen ohne “Vorballast” Probleme kreativ und neu zu lösen.


Die Thought-Box.

Donnerstag, 10. Februar 2011

Neues von der Designerin Holly Palmer. Sie hat die Thought-Box entwickelt. Ein Helm, der hilft abzuschalten, um so den Gedanken freien Lauf zu lassen.

Natürlich völliger Humbug. Aber auch irgendwie lustig. Dann aber auch wieder viel zu teuer.

Hier die Selbstbeschreibung:

The Thought Box is an original and curious piece of furniture that promotes mental efficiency in the user. For convenience, it has been built in to fit beneath the Thought Stool when not in use. To experience the Thought Box, you simply lift up the seat by the handle, thus freeing the unit. Then sit on the stool and place the box on your head. It is intended as a personal space in which to simply think, using sensory deprivation to exclude the outside world. The Thought Box comes complete with ear plugs and 5 interchangeable (and washable) filters.

The five coloured filters included are…

White – Gives time and space to reflect.

Yellow – Uplifting, associated with the intellectual side of the mind.

Pink – Emotionally soothing and calming.

Blue – Inspires control, clarity and creativity.

Black – Associated with silence and the infinite.

Each color creates a different mood as the light passes through the filter and reflects up inside the box


Kreative müssen ihre PS auf die Straße bringen.

Mittwoch, 09. Februar 2011

Wenn ich mich an ein großes Learning in meinen Junior-Jahren bei Jung von Matt erinnern kann, dann war das folgender Satz meiner damaligen Kreativdirektoren (Dörte Spengler-Ahrens und Jan Rexhausen):

“Henning, es reicht nicht nur gute Ideen zu haben. Jeder hat gute Ideen. Du musst deine Ideen auch umsetzen. Du musst deine PS auf die Straße bringen.”

Der Satz ist so wahr.
Ich kenne so viele Menschen, die viel zu viel Zeit damit verschwenden, immer wieder neue Ideen zu generieren. Das wirklich schwierige hingegen ist jedoch Ideen umzusetzen. Eine Idee zu generieren kann manchmal nur eine Sekunde dauern. Die Idee dann umzusetzen kann Jahre dauern. “Nicht umgesetzte Ideen” ist meiner Meinung nach fast gleichzusetzen mit “keine Ideen haben”. Und wer immer nur Ideen hat, aber keine umgesetzt oder produziert bekommt, verdient zurecht den Titel “das ewige Talent”.

Anbei ein wunderschöner Film von TED, der uns alle ermutigen sollte zu machen und nicht nur zu denken: