Dienstag, 01. November 2011
(Via DIE ERFINDER)
Vijay Govindarajan hat in einem Blogbeitrag für die Harvard Business Review neun entscheidende Faktoren für erfolgreiche Innovation zusammengestellt. Für jedes der neun Themen können Unternehmen Punkte auf einer Skala von eins (überhaupt nicht vorhanden) bis zehn (vollständig vorhanden) vergeben und anschließend für eine Gesamtbewertung addieren.
1. Zwingende Gründe für Innovationen
Wenn die Menschen nicht verstehen, warum Innovation nötig ist, wird immer das Kerngeschäft und das operative Geschäft den Großteil verfügbarer Ressourcen verschlingen. Darum muss es nicht nur nachvollziehbare, sondern auch zwingende Gründe für Innovation geben.
2. Eine gemeinsame, inspirierende Zukunftsvision
Der ideale Zeithorizont für eine Vision umfasst 10 bis 20 Jahre, wohlgemerkt mit klarer Blickrichtung Zukunft und nicht etwa zurück in die Vergangenheit, der viele Unternehmen immer noch eine viel zu große Bedeutung beimessen. Es geht bei der Vision nicht darum, die Zukunft vorherzusagen, sondern darum, Hypothesen zur Zukunft zu entwickeln.
3. Eine strategisch ausgerichtete Innovations-Agenda
Innovation ist eine Reise ins Unbekannte, auf der mehrere Wege beschritten werden können. Vor dem Start ist aber Folgendes wichtig zu wissen: 1) In welchem Geschäft sind wir augenblicklich, und in welchem möchten wir in Zukunft sein? 2) Welches Risiko nehmen wir in Kauf für große bahnbrechende Ideen?
4. Ein sichtbares Engagement des höheren Managements
Revolutionäre Innovationen können nur dann entwickelt werden, wenn die Budgetverantwortlichen die Innovationsarbeit für alle sichtbar unterstützen, aktiv mitwirken und dem an Innovationen arbeitenden Team Rückendeckung geben.
5. Entscheidungsfindung mit Teamwork und leidenschaftlichen Champions
Eine autokratische Entscheidungsfindung holt nicht alle kritischen Teilnehmer mit ins Boot, während ein Konsens jede Entscheidung auf den kleinsten gemeinsamen Nenner herunterschraubt. Es braucht einen leidenschaftlichen Gewinnertyp, der selber Entscheidungen treffen und andere mitreißen kann.
6. Ein Team mit Kreativität, Vielfalt und Hingabe
Die besten Teams zeichnet Folgendes aus: Projekt-Champions, die bei Arbeitssitzungen Entscheidungen treffen und diese auch den Sponsoren nahebringen können, relevantes Fachwissen und eine naive, manchmal irrelevant erscheinende Meinungsvielfalt.
7. Aufgeschlossene Erforschung der Marktfaktoren für Innovationen
Organisatorische Veränderungen basieren auf den Marktfaktoren: Kunden, Wettbewerber, gesetzliche Regelungen sowie Wissenschaft und Technik. Nur wenn ein Unternehmen diese Faktoren gründlich untersucht, kann es erkennen, was für die anvisierte Zukunft getan werden muss.
8. Risikobereitschaft mit Wertschätzung des Absurden
Innovatoren verstehen, dass es keine Wahl gibt. Sie müssen Risiken, oft auch große Risiken, eingehen und sich auf das Absurde, vermeintlich Irrelevante, zubewegen. Dadurch verschaffen sie sich einen Wettbewerbsvorteil gegenüber Konkurrenten, die sich nur in die naheliegende Richtung bewegen.
9. Eine gut geplante, aber auch flexible Ausführung
Zunächst muss ein engagiertes Team für die Innovationsarbeit zusammengestellt werden. Ein Durchbruch kann nicht im operativen Geschäft erzielt werden, da dieses auf Effizienz und nicht auf Innovation abzielt. Das Team sollte mit dem Kerngeschäft in Verbindung stehen, damit es dessen Stärken nutzen kann. Und schließlich sollten Innovationsführer nach ihrer disziplinierten Durchführung von Experimenten und nicht nach kurzfristigen Profitzielen bewertet werden.
Auswertung für das eigene Unternehmen
Wer bei den neun Anforderungen jetzt insgesamt mehr als 70 Punkte erzielt hat, arbeitet bereits in einem sehr innovativen Umfeld. Wer unter 70 Punkten liegt, sollte bei den entsprechenden Themen für erfolgreiche Innovation noch nachlegen.
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