BLOG ÜBER KREATIVITÄT, IDEENMANAGEMENT UND INNOVATIONSKULTUR

Archive for the ‘Innovationskultur’ Category

Innovation Box von Adobe.

Freitag, Februar 19th, 2016

Adobe hat immer wieder Ideen. Sehr gut gefällt mir hier die „Innovation Box“ für die Mitarbeiter. Eine rote Schachtel mit einer Anleitung für Ideen und Innovationen. Das Beste: darin enthalten ist sogar eine Kreditkarte mit 1000 Dollar. Das Video ist bereits ein Jahr alt, nach wie vor aber eine sehr relevante und schlaue Idee für Unternehmen die intern Innovationen vorantreiben wollen.


Setzen sich Ideen von Extrovertierten eher durch?

Montag, Dezember 8th, 2014

Hier ein spannender Film zum Thema Ideenfinden in Teams. Offensichtlich haben Forscher festgestellt, dass sich in Ideenmeetings die Ideen von extrovertierten Persönlichkeiten eher durchsetzen als von introvertierten Menschen. Es ist aber offenbar bewiesen, dass extrovertierte Menschen nicht immer die besseren Ideen haben. Wir leben also in Zeiten, in denen sich oft nicht die bessere Idee durchsetzt, sondern die Persönlichkeit des Ideengebers.


Mensch vs. Maschine.

Mittwoch, Februar 19th, 2014

Spannend. Der Supertischtennisspieler Timo Boll wird bald gegen einen Roboter antreten. Das Duell Mensch gegen Maschine fasziniert immer wieder. Vor etwa einem Jahr hat beispielsweise auch der BVB Dortmund bekanntgegeben, dass die Spieler dort zu Übungszwecken in den „Footbonaut“ gesteckt werden, ebenfalls ein riesengroßer Computerroboter. Das Ziel: die Kreativität und die technischen Raffinessen der Spieler immer weiter zu verbessern.
Sofort kommt da einem ein Gedanke: warum gibt’s sowas nur im Sport? Wie wäre es wenn die Top-Innovatoren a la Google, Samsung, Apple, BMW usw. auch mal einen Trainingsroboter für ihre Mitarbeiter entwickeln würden. Ein Roboter der Mitarbeiter darauf trainiert, unterschiedliches Wissen oder branchenfremde Dinge noch schneller miteinander zu verknüpfen. Oder verrückte Ideen noch schneller in durchdachte Lösungen umzuwandeln.
Wird’s wahrscheinlich nie geben. Roboter im Sport werden eben nach den Regeln der jeweiligen Sportart programmiert. Ziel der Programmierung wird immer bleiben: die Regeln perfekt zu beherrschen.
Innovation basiert aber ja auch oft auf einem Regelbruch. Und spätestens dann sind die Roboter beleidigt.


The Superdesk.

Montag, Februar 17th, 2014

Wow! Dieser super lange Tisch steht in der Design-Agentur The Barbarian Group. Hier sitzen also alle Mitarbeiter im wahrsten Sinne des Wortes alle an einem Tisch. Kulturkritiker könnten jetzt denken: ja und? Was bringt das? Können Kreativfuzzis einfach nicht ganz normale Schreibtische haben wie andere 9 to 5 workers auch?
Könnten sie! Aber genau solche extravaganten Bürokonzepte lassen eine Kreativ- bzw. Innovationskultur entstehen.
Und warum?
Weil man anders denkt, wenn um einen herum alles anders ist!
Gratulation an den Architekten Clive Wilkinson, der dieses Ding entworfen hat.

Introducing the Superdesk from The Barbarian Group on Vimeo.


The secret of Design Thinking.

Montag, Januar 7th, 2013

Die CBS hat eine schöne Dokumentation über IDEO veröffentlicht. Immer wieder schön zu sehen, wie die da drauf sind! Ich hab ebenfalls schon einige Design Thinking Seminare besucht und kenne einige Mitarbeiter und Ehemalige von IDEO. Und alle bestätigen mir: die sind da wirklich so gut drauf wie in diesem Video. Nicht ganz schuldlos, scheint ihr Chef daran zu sein: David Kelley ist Chairman von IDEO und schlicht und ergreifend eine mitreißende Persönlichkeit.


Schon 1922 gab es gelebte Innovationskultur.

Dienstag, Dezember 18th, 2012

Interessanter Hörbeitrag vom Deutschlandradio.

Der Wissenschaftshistoriker Ernst Peter Fischer hat ein Buch über den Physik-Nobelpreisträger Niels Bohr geschrieben.
Das Interessante: schon damals 1922 forderte der Forscher durch gezielten Einsatz von „Verrücktheit“ die Kreativität seiner Mitarbeiter.

Und ich habe immer gedacht „Kreativkultur“ und „Innovationskultur“ wären Dinge, die sich erst nach dem zweiten Weltkrieg entwickelt hätten. Ich dachte immer, dass die moderne Psychologie uns überhaupt auf die Fährte der „Kreativkultur“ brachte. Weit gefehlt!


Schlechte Noten für Deutschlands Innovationskultur.

Samstag, Juni 30th, 2012

Gefunden auf haufe.de. Eine interessante Umfrage der Personalberatung von Rundstedt HR Partners. Demnach fühlen sich nur 9 Prozent der Mitarbeit von ihrer Firma zu innovativem Arbeiten angehalten.


Dare to Try.

Mittwoch, Januar 11th, 2012

Interessanter Artikel im Handelsblatt und sehr intime Einsichten in das Unternehmen Tata. Der indische Autobauer zeichnet angeblich gescheiterte, aber mutige Ideen mit dem Preis „Dare to Try“ aus.

Klasse Idee!

Ein prima Beitrag zur Innovationskultur. Erstens wird dadurch das Treffen von mutigen Entscheidungen gefördert und macht den Mitarbeitern auch klar, dass es nicht unbedingt schlimm sein muss zu scheitern.


Blackberry aus – Kreativität ein.

Freitag, Dezember 23rd, 2011

Der Hirnforscher Ernst Pöppel hat mal folgendes gesagt:

„Wenn ganz Deutschland jeden Tag für eine Stunde nicht kommunizieren würde, dann hätten wir hier den größten Innovations- und Kreativitätsschub, den man sich vorstellen kann.“

Was er damit meinte:
Nur wer die Fähigkeit besitzt abzuschalten, kann kreativ sein.

Und bei VW scheint laut SZ diese Annahme jetzt Wirklichkeit zu werden. Nicht nur wegen mehr Kreativität, sondern vor allem um den Burn-Out zu bekämpfen:

Mehr als 1000 Mitarbeiter von Volkswagen können sich künftig darauf verlassen, dass sie nach Feierabend nicht mehr über ihren Blackberry mit Beruflichem belästigt werden.

Dass VW dies jetzt für 1000 Angestellte umsetzt finde ich erstmal ganz schön mutig. Und dafür sollte es einen kleinen Extraapplaus geben!
Trotzdem frage ich mich:
1. Warum geht VW so nicht auch mit seinen Lieferanten und Dienstleistern um? Viele Burn-Outs die bei VW entstehen, geschehen doch sicherlich nicht nur im Unternehmen, sondern auch drum herum.
2. Wird die Burn-Out Quote wirklich zurück gehen, weil das Blackberry ausgeht? Das bezweifle ich. Menschen, die Burn-Out gefährdet sind, sind selten Sklaven ihrer Blackberrys, sondern fehlt es meistens an Priorisierungsgespür. Oft sind Burn-Out-Gefährdete auch in Abhängigkeiten verstrickt, die sie zu einseitigen Befehlsempfängern macht. Und das macht kraftlos.

Meine Prognose zum „Blackberry-Ausschalten-von-VW“:
Der Kreativitätsschub wird kommen. Die Burn-Out-Rate bleibt gleich.


Warum die Bewerbungsportale der großen Firmen ungeeignet sind innovative Mitarbeiter zu finden.

Sonntag, Dezember 11th, 2011

Seit eineinhalb Jahren wohne ich nun in München. Meine Frau und meine Tochter zogen vor wenigen Monaten nach. Und natürlich begann eine spannende Zeit für meine Frau. Denn sie hatte ihren Job in Hamburg gekündigt und wollte sofort einen neuen in München finden. Das hat sie auch mittlerweile längst. Und sie ist sehr glücklich.
Während der Bewerbungsphase jedoch musste sie sich immer wieder mit den Bewerbungsportalen der großen Markenunternehmen im Internet auseinandersetzen. Denn für alle die das nicht wissen: Bewerbungsunterlagen kann man heute schon lange nicht mehr offline einsenden. Das geht heutzutage ALLES online.

Und da mussten wir schon staunen!
Selten haben wir erlebt wie manche Firmen jeglichen kreativen Spielraum der Bewerber absichtlich kleinhalten wollen. Wirklich schlimm ist es bei den richtig großen Unternehmen: hier wird offensichtlich nicht nach kreativen und innovativen Mitarbeitern gesucht, sondern nach Menschen, die sich am besten in ein Schema pressen wollen.

Anbei einige erstaunliche Anektdote meiner Frau während des Bewerbungsprozess:

Vor ein paar Monaten zog ich meinem Mann hinterher nach München. Ich freute mich sehr auf den Umzug, den Tapetenwechsel und vor allem auf ein neues Unternehmen. Entschieden kündigte ich bei meinem langjährigen Arbeitgeber – ein großer internationaler Kosmetikartikelhersteller aus Hamburg. Ich war sehr optimistisch eine attraktive Marketing- oder Produktmanagementposition in München zu finden. Hat die Stadt doch den Ruf einer Wirtschaftsmetropole der ständig Fachkräfte ausgehen. Meine positive Einstellung kam nicht zuletzt auch daher, dass ich mich selbst als sehr flexibel und offen einstufte. Welche Branche? Da bin ich ganz offen. Warum nicht zum Beispiel Online-Marketing ausprobieren (bei Amazon?) oder in die bisher unbekannte Welt der Fashion einsteigen (Timberland? Triumph?). Eventmarketing würde mich auch reizen (bei BMW oder Rodenstock). Ich träumte mich in die Welt der unbegrenzten Jobeinstieg-Möglichkeiten hinein und war bereit einiges in Bewegung zu setzen. Grenzen Sprengen, das Ganze kreativ angehen, Neues ausprobieren, darauf hatte ich richtig Lust!

Im World Wide Web fand sich rasch eine Fülle an interessanten Anzeigen. Mein Elan bekam einen spürbaren Bremser als ich festgestellt hatte, dass man sich bei jedem Unternehmen als Bewerber registrieren musste. Dabei musste man seitenweise Online-Formulare ausfüllen, Bewerbungsunterlagen uploaden, etc. Selbstverständlich habe ich mich mit jedem Unternehmen intensiv auseinander gesetzt, ein individuelles Anschreiben war ein absolutes Muss. Es dauerte trotzdem locker 2 Stunden pro Bewerbung meine Schuljahre, 10 Jahre zurück liegende Praktika und weitere Details wieder und wieder in der für die HR-Beamten richtigen Reihenfolge in die Bewerbungsportale einzuhacken. Meine Kreativität und Individualität wurde in einen Rahmen gepresst.

Das Einhacken hat sich jedoch gelohnt – zahlreiche Einladungen für Gespräche flatterten ins Haus. „Haben Sie Erfahrungen im Trade Marketing?“ – fragte man mich in einem der ersten Gespräche. „Nein, noch nicht direkt, aber genau deshalb möchte ich da hin! Ausserdem habe ich Erfahrungen in den X, Y, Z Marketing-Bereichen und habe mit Trade Marketing Abteilung eng zusammen gearbeitet“. „Hm“.

„Diversity ist für unser Unternehmen von großer Bedeutung“ – dieser Satz in der Anzeige eines Yoghurt Herstellers hörte sich sehr gut an. Weniger gut klang dann die Absage: „Sie haben beeindruckende Qualifikationen, aber wir haben uns für einen Kandidaten aus dem Food-Bereich entschieden.“ Liebe Unternehmen, was ist mit „Diversity“, „Quereinsteigertum“ und somit mit Kreativität und Innovation? Schnell wurde mir klar, die Branche oder den Marketing-Bereich zu wechseln wird nicht so einfach sein, wie gedacht.

Weitere überraschende Seiten zeigten einige renommierte Unternehmen in puncto Unflexibilität und Trägheit. Ein führender Leuchtmittelhersteller meldete sich erst 1,5 Monate nach dem Einreichen der Bewerbung, das Gespräch fand noch einen Monat später statt, für die Entscheidung wollte man sich satte zwei Monate Zeit nehmen. „Denen rennen doch alle Spezialisten weg“ – dachte ich mir insgeheim. Und auch mich konnten sie nicht gewinnen – das ging mir alles viel zu langsam.

Bei meinem neuen Arbeitgeber ging Gott-sei-Dank alles sehr schnell. Es ist wieder ein internationaler Kostmetikhersteller geworden, allerdings habe ich den Marketing Bereich gewechselt.

Liebe Unternehmen, liebe HR- und Fachbereichentscheider, wenn es in Deutschland bald tatsächlich so kommt, wie es prophezeit wird, wenn der große Fachkräftemangel wirklich im Anmarsch ist, dann müsst auch ihr in der Zukunft kreativer, flexibler und offener für Neues werden! Diversity nutzt nur dann was, wenn es nicht als Schmuckstück in der Unternehmensphilosophie missbraucht wird. Der nächste Topbewerber kommt schneller als ihr denkt – aber ihr werdet ihn nicht bekommen, wenn eure HR-Leute nur Online-Formulare lesen können und erst nach sechs Wochen sich melden.