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Archive for the ‘Diversity Management’ Category

SAP will gezielt Autisten einstellen.

Dienstag, Mai 21st, 2013

Wow – das nenne ich mal mutiges Diversity Management. In der SZ lese ich gerade, dass SAP gezielt Autisten einstellen möchte. Bis 2020 sollen es ein Prozent der kompletten Belegschaft sein. Momentan hat SAP etwa 65.000 Mitarbeiter.

Und warum will SAP so viele Autisten einstellen?
Weil sie hochintelligent, detailverliebt und perfektionistisch sind, so der Konzern.

Klasse Idee!!!


Warum die Bewerbungsportale der großen Firmen ungeeignet sind innovative Mitarbeiter zu finden.

Sonntag, Dezember 11th, 2011

Seit eineinhalb Jahren wohne ich nun in München. Meine Frau und meine Tochter zogen vor wenigen Monaten nach. Und natürlich begann eine spannende Zeit für meine Frau. Denn sie hatte ihren Job in Hamburg gekündigt und wollte sofort einen neuen in München finden. Das hat sie auch mittlerweile längst. Und sie ist sehr glücklich.
Während der Bewerbungsphase jedoch musste sie sich immer wieder mit den Bewerbungsportalen der großen Markenunternehmen im Internet auseinandersetzen. Denn für alle die das nicht wissen: Bewerbungsunterlagen kann man heute schon lange nicht mehr offline einsenden. Das geht heutzutage ALLES online.

Und da mussten wir schon staunen!
Selten haben wir erlebt wie manche Firmen jeglichen kreativen Spielraum der Bewerber absichtlich kleinhalten wollen. Wirklich schlimm ist es bei den richtig großen Unternehmen: hier wird offensichtlich nicht nach kreativen und innovativen Mitarbeitern gesucht, sondern nach Menschen, die sich am besten in ein Schema pressen wollen.

Anbei einige erstaunliche Anektdote meiner Frau während des Bewerbungsprozess:

Vor ein paar Monaten zog ich meinem Mann hinterher nach München. Ich freute mich sehr auf den Umzug, den Tapetenwechsel und vor allem auf ein neues Unternehmen. Entschieden kündigte ich bei meinem langjährigen Arbeitgeber – ein großer internationaler Kosmetikartikelhersteller aus Hamburg. Ich war sehr optimistisch eine attraktive Marketing- oder Produktmanagementposition in München zu finden. Hat die Stadt doch den Ruf einer Wirtschaftsmetropole der ständig Fachkräfte ausgehen. Meine positive Einstellung kam nicht zuletzt auch daher, dass ich mich selbst als sehr flexibel und offen einstufte. Welche Branche? Da bin ich ganz offen. Warum nicht zum Beispiel Online-Marketing ausprobieren (bei Amazon?) oder in die bisher unbekannte Welt der Fashion einsteigen (Timberland? Triumph?). Eventmarketing würde mich auch reizen (bei BMW oder Rodenstock). Ich träumte mich in die Welt der unbegrenzten Jobeinstieg-Möglichkeiten hinein und war bereit einiges in Bewegung zu setzen. Grenzen Sprengen, das Ganze kreativ angehen, Neues ausprobieren, darauf hatte ich richtig Lust!

Im World Wide Web fand sich rasch eine Fülle an interessanten Anzeigen. Mein Elan bekam einen spürbaren Bremser als ich festgestellt hatte, dass man sich bei jedem Unternehmen als Bewerber registrieren musste. Dabei musste man seitenweise Online-Formulare ausfüllen, Bewerbungsunterlagen uploaden, etc. Selbstverständlich habe ich mich mit jedem Unternehmen intensiv auseinander gesetzt, ein individuelles Anschreiben war ein absolutes Muss. Es dauerte trotzdem locker 2 Stunden pro Bewerbung meine Schuljahre, 10 Jahre zurück liegende Praktika und weitere Details wieder und wieder in der für die HR-Beamten richtigen Reihenfolge in die Bewerbungsportale einzuhacken. Meine Kreativität und Individualität wurde in einen Rahmen gepresst.

Das Einhacken hat sich jedoch gelohnt – zahlreiche Einladungen für Gespräche flatterten ins Haus. „Haben Sie Erfahrungen im Trade Marketing?“ – fragte man mich in einem der ersten Gespräche. „Nein, noch nicht direkt, aber genau deshalb möchte ich da hin! Ausserdem habe ich Erfahrungen in den X, Y, Z Marketing-Bereichen und habe mit Trade Marketing Abteilung eng zusammen gearbeitet“. „Hm“.

„Diversity ist für unser Unternehmen von großer Bedeutung“ – dieser Satz in der Anzeige eines Yoghurt Herstellers hörte sich sehr gut an. Weniger gut klang dann die Absage: „Sie haben beeindruckende Qualifikationen, aber wir haben uns für einen Kandidaten aus dem Food-Bereich entschieden.“ Liebe Unternehmen, was ist mit „Diversity“, „Quereinsteigertum“ und somit mit Kreativität und Innovation? Schnell wurde mir klar, die Branche oder den Marketing-Bereich zu wechseln wird nicht so einfach sein, wie gedacht.

Weitere überraschende Seiten zeigten einige renommierte Unternehmen in puncto Unflexibilität und Trägheit. Ein führender Leuchtmittelhersteller meldete sich erst 1,5 Monate nach dem Einreichen der Bewerbung, das Gespräch fand noch einen Monat später statt, für die Entscheidung wollte man sich satte zwei Monate Zeit nehmen. „Denen rennen doch alle Spezialisten weg“ – dachte ich mir insgeheim. Und auch mich konnten sie nicht gewinnen – das ging mir alles viel zu langsam.

Bei meinem neuen Arbeitgeber ging Gott-sei-Dank alles sehr schnell. Es ist wieder ein internationaler Kostmetikhersteller geworden, allerdings habe ich den Marketing Bereich gewechselt.

Liebe Unternehmen, liebe HR- und Fachbereichentscheider, wenn es in Deutschland bald tatsächlich so kommt, wie es prophezeit wird, wenn der große Fachkräftemangel wirklich im Anmarsch ist, dann müsst auch ihr in der Zukunft kreativer, flexibler und offener für Neues werden! Diversity nutzt nur dann was, wenn es nicht als Schmuckstück in der Unternehmensphilosophie missbraucht wird. Der nächste Topbewerber kommt schneller als ihr denkt – aber ihr werdet ihn nicht bekommen, wenn eure HR-Leute nur Online-Formulare lesen können und erst nach sechs Wochen sich melden.


Diversity Management im Fahrstuhl.

Freitag, April 22nd, 2011

Heute habe ich eine schon etwas ältere w&v (Nr. 23/ vom 10. Juni 2010) entdeckt. Ab Seite 40 gibt’s interessante Anleitungen zu einer effizienten Innovationskultur.
Die Werbeagentur Nordpol hat ein richtig tolle Idee. Damit gewährleistet ist, dass die Kreativen nicht nur unter den Kreativen und die Berater nicht nur unter den Beratern bleiben, hält der Fahrstuhl nur im vierten Stock. Und da sitzt die Beratung. Die Kreativen müssen jetzt die Treppe in den dritten Stock nehmen. Somit ist garantiert, dass am Aufzug sich alle treffen. Dort finden dann Austausch, Diskurs und „Reibereien“ statt und keine Gruppe bleibt unter sich.
Ein prima Beitrag „Diversity Management“ zu fördern.

Anbei der wohl berühmteste Werbespot von Nordpol:


It’s great to be gay!

Donnerstag, Oktober 28th, 2010

Der “Bundesverband schwuler Führungskräfte” hat laut taz wieder einmal den “Max-Spohr-Preis” verliehen. Gewinner sind die Commerzbank und IBM.
Glückwunsch!!!


Do not fit in!

Samstag, Oktober 23rd, 2010

Präsident Obama hat eine richtig coole Rede an die Nation gehalten. Dabei unterstreicht er mit ganzem Herzen den Diversity-Gedanken. Er bezieht sich natürlich nicht auf Diversity Management in Unternehmen – trotzdem wird durch die Rede mal wieder klar, wie wichtig es in einer Kultur ist, die „Unterschiedlichkeit“ zu fördern. Sie ist das Salz in der Suppe einer starken Gesellschaft. Und macht erfolgreiche Unternehmen erst richtig innovativ.


Komm nach Deutschland.

Montag, Oktober 18th, 2010

Passend zur aktuellen Integrationsdebatte und Sarrazin-Diskussion wurden kürzlich in der Welt am Sonntag diverse Werbemotive geschaltet, die Ausländer dazu ermutigen sollen, nach Deutschland zu ziehen – um hier nämlich kräftig mit anzupacken. Die folgenden Werbemotive von der Werbeagentur Serviceplan (in der auch ich neuerdings arbeite) haben mir besonders gefallen. Sie beweisen auf charmante Weise, dass nur mit Ausländern eine effektive Innovationskultur zu etablieren ist und dass Deutschland ein Land ist, in dem Diversity Management wirklich gelebt wird.

CCO: Alex Schill
ECD: Christoph Everke
Art: Sascha Franz
Text: Tobias Blineder, Katrin Tewes,Tim Strathus


Viele DAX-Unternehmen betreiben Diversity Management.

Sonntag, August 1st, 2010

Diversity-Managemenmt erhöht die Kreativität der Mitarbeiter und steigert die Innovationskraft des Unternehmens. Hierzu gibt es viele Studien. Die aktuellste wurde jetzt in der WIWO veröffentlicht. Der Artikel bringt Interessantes ans Tageslicht.

Anbei ein Film über ein kleines Städtchen in Amerika, dass die „Andersartigkeit“ von kleinen Nagern besonders akzeptiert und sogar fördert – und es sogar zum Markenzeichen gemacht hat. Ein wunderbares Beispiel von „Diversity-Management“ in einem sozialen Netzwerk.


Diversity Management: wer sind die schwulenfreundlichsten Unternehmen der Welt?

Freitag, Juni 11th, 2010

Die Unternehmen IBM, Google, BT Group, Morgan Stanley und Cisco Systems dürfen sich über eine neue Auszeichnung freuen: Sie zählen zu den lesben- und schwulenfreundlichsten Unternehmen der Welt. Das berichtet Pride1Radio. Festgestellt hat dies die International Gay and Lesbian Chamber of Commerce (IGLCC). Von diesen fünf Unternehmen waren drei bereits 2009 unter den Top 5 – Google und Morgan Stanley hingegen sind neu im Index.


Diversity-Management bei IKEA.

Samstag, Juni 5th, 2010

Interessanter Artikel im Handelsblatt!


Diversity-Management: Unternehmen buhlen um kreative Minderheiten.

Mittwoch, Februar 17th, 2010

Am 6. März 2010 findet in München die erste Karrieremesse für Schwule, Lesben und Freunden von Diversity statt. Dort kann man herausfinden, welche Unternehmen Andersartigkeit fördern und diversity-management ernsthaft betreiben. Bisher sind die Firmen Accenture Deutschland GmbH, Axel Springer AG, IBM Deutschland GmbH, Deutsche Telekom AG, Ford-Werke GmbH, Cisco Systems GmbH und Bundesagentur für Arbeit auf der MILK 2010 vertreten.