Ich lese gerade ein interessantes, wenn auch populistisches Buch namens “Filter Bubble” von Eli Pariser. Darin beschäftigt sich der Autor unter anderem mit der Personalisierung des Internets durch die Such-Algorhythmen.
Tatsächlich: Google findet das, was du suchst. Denn Google kennt dich und hat eine Vorahnung, nach was du suchst. Wenn du z.B. eher zu den RTL-II-Sehern gehörst, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass dir bei der Suchanfrage “Ägypten” Reiseziele angeboten werden. Gehörst du aber eher zum links-intellektuellem Milieu wird Google dir Infos über die aktuelle politische Entwicklung nach oben spülen.
Und das ist ja auch erstmal gar nicht schlecht. Sehr effizient sogar.
Bei mir war das am Sonntag ähnlich:
Meine Facebook-Freunde fanden den Tatort eher schlecht bis grottenschlecht. Und ich war überzeugt, dies entsprach der Meinung des Durchschnitts-Deutschen. Am nächsten Tag las ich dann aber in der SZ, dass der Tatort bei der Twitter-Gemeinde recht positiv ankam.
Denn Facebook macht’s genauso: die Meinungen der Freunde, die so wie du ticken, werden nach oben gespült.
Was bedeutet das jetzt für kreatives Denken?
Ich denke, dass die Personalisierungs-Algorhythmen tatsächlich verhindern, im Kopf zu wachsen. Ich habe beispielsweise eine ganz bestimmte Meinung zur Frauenquote. Und wenn ich “Frauenquote” google, werde ich in meiner Meinung immer wieder bestätigt. Und das macht denkfaul. Mein Perspektivwechsel-Muskel schrumpft.
Auf der anderen Seite gibt es etliche Studien, die belegen, dass Social Media inspiriert und beglückt.
Also alles halb so schlimm!
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